Allergen-Buchstaben A–R: so kennzeichnen Sie die 14 Allergene am Gericht

Vierzehn Allergene ausgeschrieben hinter jedes Gericht zu setzen, passt auf keine Speisekarte. Deshalb arbeitet in Österreich fast jeder Betrieb mit den Allergen-Buchstaben A–R: ein Buchstabe pro Allergen hinter dem Gericht, und unten auf der Karte die Legende, die sagt, wofür jeder Buchstabe steht.

Die Buchstaben A–R sind eine Empfehlung, keine Pflicht. Ihr Gast muss aber ohne Rätselraten sehen können, was in seinem Gericht steckt. Hier finden Sie die Tabelle mit allen vierzehn Allergenen und ihrem Buchstaben, ein Beispiel für die Karte und die Regeln, mit denen eine abgekürzte Karte wirklich lesbar bleibt.

Drei Wege, ein Allergen kurz anzugeben

Ziffern
Jedes Allergen bekommt eine feste Zahl von 1 bis 14, meist in der Reihenfolge von Anhang II der EU-Verordnung. Kompakt und leicht zu drucken, aber ohne Legende sagt eine 7 niemandem etwas. Stehen auf Ihrer Karte schon Ziffern für etwas anderes, etwa für Zusatzstoffe, nehmen Sie für die Allergene besser Buchstaben.
Buchstaben
Jedes Allergen bekommt einen Buchstaben. Auf deutschsprachigen Speisekarten die verbreitetste Form, und etwas leichter zu merken als eine Zahl, solange Sie dieselben Buchstaben nicht auch für etwas anderes verwenden, etwa für Portionsgrößen. Auch hier gehört eine Legende dazu.
Symbole
Ein kleines Bild pro Allergen: eine Ähre, ein Fisch, ein Ei. Für einen Gast, der die Sprache der Karte nicht liest, am klarsten, aber Symbole brauchen mehr Platz und eine Druckerei oder ein Programm, das sie sauber setzt.

Die vierzehn Allergene mit ihrem Buchstaben A–R

Die Buchstaben folgen der Codex-Empfehlung, die Sie auf fast jeder österreichischen Speisekarte finden. Die Buchstaben I, J, K und Q kommen darin nicht vor. Wer genau diese Buchstaben verwendet, spricht dieselbe Sprache wie Lieferanten, Schulungen und die meisten anderen Wirte, und das macht es für Ihren Service und Ihre Gäste einfacher.

BuchstabeAllergen (Anhang II)Fällt darunterKurz auf der Karte
AGlutenhaltiges GetreideWeizen (auch Dinkel und Khorasan-Weizen), Roggen, Gerste, HaferGluten
BKrebstiereGarnelen, Krabben, Hummer, Langusten, ScampiKrebstiere
CEierEier aller Geflügelarten, auch in Mayonnaise, Teig und PanierEi
DFischeAlle Fischarten, auch Sardellen in einer Sauce oder einem DressingFisch
EErdnüsseErdnüsse und was daraus gemacht wird, etwa Erdnussbutter und SatésauceErdnuss
FSojabohnenSojabohnen, Sojasauce, Tofu, EdamameSoja
GMilchMilch aller Tiere, auch Butter, Käse, Obers, Topfen und LaktoseMilch oder Laktose
HSchalenfrüchteMandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pekannuss, Paranuss, Pistazie, MacadamiaSchalenfrüchte
LSellerieStangensellerie, Knollensellerie, Selleriesalz, viele Suppen und FondsSellerie
MSenfSenfkörner und Senf, auch in Dressings, Marinaden und im ErdäpfelsalatSenf
NSesamsamenSesam, Tahin, Sesamöl, manches GebäckSesam
OSchwefeldioxid und SulfiteAb 10 mg pro Kilogramm oder Liter, etwa in Wein und DörrobstSulfite
PLupinenLupinenmehl, manchmal in Brot und glutenfreiem GebäckLupinen
RWeichtiereMiesmuscheln, Austern, Tintenfisch, SchneckenWeichtiere

Über der Legende steht üblicherweise „Allergeninformation gemäß Codex-Empfehlung“. Die Buchstaben selbst stehen in keinem Gesetz: Entscheidend ist, dass ein Buchstabe auf allen Ihren Karten dasselbe bedeutet und die Legende daneben steht.

Was in Österreich üblich ist

Die Buchstaben A–R gehen auf die Codex-Empfehlung zurück, eine Empfehlung der Codexkommission zur Allergenkennzeichnung. Sie ist kein Gesetz: Vorgeschrieben ist nur, dass Ihre Gäste die Information bekommen, so regelt es die Allergeninformationsverordnung. Weil aber fast jede Speisekarte, jeder Lieferant und jede Schulung mit A–R arbeitet, kennen Ihre Gäste und Ihr Service diese Buchstaben, und ein eigenes System würde eher verwirren.

Bei Getreide und Schalenfrüchten reicht ein Buchstabe oft nicht. Ein Gast mit Weizenallergie will wissen, ob es um Weizen oder Hafer geht, und wer auf Haselnüsse reagiert, will die Nusssorte sehen. Viele Betriebe setzen deshalb hinter den Buchstaben noch die Sorte, zum Beispiel „A (Weizen)“.

Sechs Regeln für Kürzel, die Ihr Gast wirklich lesen kann

  • Die Legende steht auf derselben KarteNicht auf der Rückseite eines anderen Blatts, nicht nur auf der Website. Wer ein Kürzel sieht, muss seine Bedeutung finden können, ohne aufzustehen.
  • Ein Kürzel bedeutet überall dasselbeSpeisekarte, Dessertkarte, Allergenliste in der Küche und Online-Speisekarte verwenden dieselben Buchstaben, Ziffern oder Symbole. Zwei Systeme nebeneinander führen früher oder später zu einer Verwechslung.
  • Niemals neu vergebenFällt bei einem Gericht ein Allergen weg, streichen Sie das Kürzel; verschieben Sie nie die Reihenfolge. Ihre Stammgäste und Ihr Service kennen die Bedeutung auswendig.
  • Spuren erkennbar getrenntWas nur als Spur enthalten sein kann, kennzeichnen Sie anders als das, was wirklich drin ist: in Klammern, kursiv oder mit einem eigenen Zeichen. Sonst liest Ihr Gast „enthält“, wo Sie „kann enthalten“ gemeint haben.
  • Das Kürzel steht beim GerichtNicht bei der Überschrift einer Rubrik. „Alle Nudelgerichte enthalten Gluten“ ist als zusätzlicher Satz in Ordnung, aber ein Gericht, das abweicht, etwa glutenfreie Pasta, braucht sein eigenes Kürzel.
  • Nach jedem Kartenwechsel prüfenEin neues Gericht mit den Kürzeln des alten Gerichts, das an dieser Stelle stand: Das ist der häufigste Fehler. Gehen Sie bei jeder Änderung die ganze Zeile durch.

So sieht es auf der Karte aus

Drei Zeilen aus einer Karte mit den Allergen-Buchstaben A–R. Derselbe Aufbau funktioniert mit Symbolen.

Ein Gericht mit seinen Buchstaben
Wiener Schnitzel vom Kalb mit Erdäpfelsalat — A, C, M

Die Buchstaben stehen direkt hinter dem Gericht, alphabetisch sortiert, sodass ein Gast mit einem Blick sieht, ob sein Buchstabe dabei ist.

Eine Spur getrennt angegeben
Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster — A, C, G (H)

In Klammern steht, was als Spur enthalten sein kann, hier Nüsse aus derselben Pfanne. Die Legende erklärt, was die Klammern bedeuten.

Die Legende unten auf der Karte
Allergeninformation gemäß Codex-Empfehlung: A Gluten · B Krebstiere · C Ei · D Fisch · E Erdnuss · F Soja · G Milch oder Laktose · H Schalenfrüchte · L Sellerie · M Senf · N Sesam · O Sulfite · P Lupinen · R Weichtiere · (x) = kann Spuren enthalten

Alle vierzehn, auch die, die auf dieser Karte nicht vorkommen. So muss niemand rätseln, ob ein fehlender Buchstabe heißt, dass das Allergen nicht enthalten ist.

Kürzel, die sich selbst aktualisieren

Die meisten Fehler bei Kürzeln entstehen beim Abtippen: Ein Gericht ändert sich, die Buchstaben nicht. Laden Sie Ihre bestehende Speisekarte als Foto oder PDF hoch, dann werden die Gerichte ausgelesen, und jedes Gericht bekommt einen Vorschlag für die vierzehn Allergene. Sie gehen die Vorschläge durch und bestätigen sie; was Sie wählen, hat immer Vorrang vor dem Vorschlag.

Das PDF, das Sie danach herunterladen, druckt pro Gericht die Allergen-Buchstaben A–R und auf derselben Seite die Legende gemäß Codex-Empfehlung. Ändern Sie später ein Gericht, laden Sie die Karte neu herunter, und die Buchstaben stimmen wieder überall. Die Online-Speisekarte mit QR-Code liest dieselben Daten, sodass Karte und Bildschirm nie etwas anderes sagen.

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Fragen zu Allergen-Kürzeln

Ist ein bestimmtes Kürzel für Allergene Pflicht?

Nein. Das Gesetz verlangt, dass Ihr Gast erfährt, welche der vierzehn Allergene in seinem Gericht stecken, nicht, in welcher Form Sie das schreiben. Buchstaben, Ziffern, Symbole oder die ausgeschriebenen Namen sind alle erlaubt, solange die Bedeutung auf der Karte zu finden ist.

Darf ich nur Buchstaben verwenden, ohne Legende?

Davon raten wir ab. Ein Buchstabe ohne Erklärung ist für einen Gast keine Information; er muss dann trotzdem fragen, was ein G bedeutet. Setzen Sie die Legende auf jede Karte, auf der die Kürzel stehen.

Wie gebe ich an, dass etwas Spuren enthalten kann?

Mit einem Zeichen, das sich deutlich von „enthält“ unterscheidet: das Kürzel in Klammern, kursiv oder mit einem Sternchen. Erklären Sie in der Legende, was dieses Zeichen bedeutet, und verwenden Sie es nur dort, wo das Risiko wirklich besteht.

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